Rückhaltebecken Rettenbrunn: Bau schreitet zügig voran

Durch das Hochwasser-Rückhaltebecken Rettenbrunn (Gemeinden Hohenzell / Neuhofen) werden ab der Fertigstellung im Sommer 2015 die Hochwasserspitzen des Auleitenbaches entschärft. Nach der Winterpause laufen derzeit die Betonierarbeiten für die sog. Überstromsektion und das Dammbauwerk auf Hochtouren.
„Mit der Inbetriebnahme des Rückhaltebecken Hof im Jahr 2006 und des in Wötzling 2009 konnten bereits zwei Meilensteine umgesetzt werden. Mit der Fertigstellung des dritten Beckens in Rettenbrunn ist der Hochwasserschutz bestmöglich gewährleistet“, so Bürgermeister Albert Ortig, Obmann des Wasserverbands Antiesen. „In den drei Hochwasser-Rückhaltebecken können in Zukunft insgesamt bei einem 100-jährlichem Ereignis 1,2 Mio Kubikmeter Wasser zurückgehalten, gedrosselt und ohne Gefahr von Überflutungen in den Unterlauf abgegeben werden.“

Auleitenbach neu angelegt

Seit dem Spatenstich für das Rückhaltebecken Rettenbunn im August 2014 wurde bereits ein 12 Meter hohes Durchlassbauwerk betoniert, das künftig die Wassermengen drosselt, sowie auf dessen Seiten ein Erddamm eingeschüttet. Insgesamt ist es notwendig für das Dammbauwerk 52.000m³ Erdmaterial zu bewegen.

Im zukünftigen Stauraum war es erforderlich, den Auleitenbach auf einer Länge von 130m neu anzulegen. Diese Arbeiten wurden durch die Facharbeiter des Gewässerbezirkes Braunau noch im Herbst 2014 durchgeführt.

Mittlerweile fließt der Auleitenbach durch das Durchlassbauwerk. Bis zur Fertigstellung des Rückhaltebeckens im Sommer laufen letzte Arbeiten an diesem Bauwerk, parallel dazu am rechten Bachufer die Betonierung der sog. Überstromsektion sowie am linken Ufer die Fertigstellung des Dammes.

Effizienter Schutz

„Bei einem lokalen Starkregenereignis im Juni 2012, das verheerende Abflüsse in den Oberläufen der Antiesen verursachte, konnten die bereits errichteten Rückhaltebecken in Hof und Wötzling eine größere Hochwasserkatastrophe verhindern“, führt Bgm. Ortig an. „Die Nachrechnung ergab, dass ohne die beiden Hochwasserrückhaltebecken die Abflüsse in Ried stärker, als beim Hochwasser 2002 gewesen wären!“

Projektdaten
Bauherr: Wasserverband Antiesen
Planung: Ingenieurbüro Wölfle ZT-GmbH, Salzburg
Ausführung: Gewässerbezirk Braunau
Swietelsky Baugesellschaft m.b.H, Linz
Bauzeit: Sommer 2014 – Sommer 2015
Finanzierung: Bund 50 % – Land 45 % – WV-Antiesen 5 %
Baukosten: 2,7 Mill. EUR

Dieses Projekt wird vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, dem Land Oberösterreich und dem Wasserverband Antiesen unterstützt.
Technische Kenndaten

Einzugsgebiet 6,9km²
Zufluss bei HQ 100, Abfluss bei Vollstau 22,3m³/s, 3,8³/s
Beckenvolumen 260.000m³
Dammkubatur 52.000m³
Dammlänge 279m
max. Dammhöhe 12,4m
Dammneigungen wasserseitig und luftseitig 1:2,4 und 1:4
Dammoberkante 464,00 m ü.A.
Wasserverband Antiesen

Mit der Gründung des Wasserverbandes Antiesen im Jahr 1997, dem 21 Gemeinden angehören und der damit das gesamte Einzugsgebiet der Antiesen erfasst, wurde die rechtliche Grundlage einer einheitlichen Bauherrschaft für überregionale Planungen und Ausführungen von Hochwasserschutzbauvorhaben geschaffen.

Das Hochwasser des Jahres 2002, bei dem von Neuhofen i.I. bis zur Antiesenmündung mehr als 700 Wohn- und Wirtschaftsobjekte direkt betroffen und rund 250 ha überflutet waren, hat mit seinen verheerenden Folgen zur zusätzlichen Beschleunigung der Planungen beigetragen.

Mit dem Projekt „Hochwasserschutz Antiesen“ aus dem Jahr 2004 wurde das Einzugsgebiet mit einer Abflussuntersuchung betrachtet, ein optimaler Hochwasserschutz erarbeitet. Das Ergebnis sind die drei Hochwasser-Rückhaltebecken Hof, Wötzling und Rettenbrunn.

Die aktuellen Wasserstände in den Rückhaltebecken werden vom Wasserverband Antiesen auf www.wv-antiesen.at übertragen und können dort eingesehen werden.

 

Foto (Kaufmann): Der Obmann des Wasserverbands Antiesen, Bgm. Albert Ortig, bei einem Besuch der Baustelle für das Rückhaltebecken Rettenbrunn.

Foto (Kaufmann): Der Obmann des Wasserverbands Antiesen, Bgm. Albert Ortig, bei einem Besuch der Baustelle für das Rückhaltebecken Rettenbrunn.